Alte Pferde eindecken?

Hersteller von Pferdesportzubehör bieten ein großes Sortiment an unterschiedlichen Decken für jeden Verwendungszweck. Die beliebteste und wohl wichtigste ist die Abschwitzdecke, jeder kennt sie und jeder sollte sie in seiner Sattelkammer liegen  haben.

Immer beliebter werden die sogenannten Outdoor-Decken. Dabei werden Abschwitzdecke und Regendecke kombiniert. Gefütterte Winterdecken finden oft in Turnierställen Verwendung, um geschorene Pferde den Gang auf den Paddock zu ermöglichen.

Alte Pferde, die nicht mehr gearbeitet werden und dadurch unter Muskelabbau leiden, können von Outdoor-Decken (im Offenstall) oder Winterdecken (für den Paddock-Aufenthalt) profitieren. Dabei ist die reine Kälte nicht das Problem, sondern Regen und Wind in Verbindung mit Temperaturen um den Gefrierpunkt. Nasskaltes stürmisches Wetter wird von Senioren weniger gut weggesteckt als vom Jungpferd. Dies kann schon am frühzeitigen Fellwechsel beobachtet werden. Mein Pony beginnt je nach Wetterlage Ende August/Anfang September Winterfell zu bekommen. Wie bei alten Pferden üblich ist es sehr lang und dicht. Jedoch ersetzt das beste Winterfell keine isolierende Fettschicht. Oft sind alte Pferde zu wenig bemuskelt weil sie nicht mehr gearbeitet werden können. Zahnprobleme oder Stoffwechselstörungen können die Fettpolster schwinden lassen. Ist der Senior in keinem optimalen Zustand wird der Körper durch Kälte und Nässe zusätzlich belastet. Hier kann durch eine Decke Abhilfe geschaffen werden. Alte Pferde die hochgefüttert werden müssen sparen dadurch Energie, weil sie weniger „heizen“ müssen, die Kälte kriecht nicht direkt in die Knochen und das Wohlbefinden wird verbessert.

Wann und welche Decke notwendig ist hängt in erster Linie vom Ernährungszustand und Haltungsart ab.  

Meine Erfahrung: Als mein Wallach wegen schlechter Leberwerte und Zahnproblemen abbaute, deckte ich ihn über den Winter hinweg mit einer Outdoordecke ein, da er in einer kleinen Herde im Offenstall gehalten wird. Damals war er 24 Jahre alt. Er gewöhnte sich schnell daran. Ich musste schneiderisches Können beweisen, denn sie passte ihm nicht sehr gut. Eingedeckte wurde er im Dezember, da er genügend Winterfell bekommen sollte, denn schließlich handelte es sich lediglich um eine Regendecke ohne Füllung. Sobald die Temperaturen im Frühling tagsüber die 10 Grad Marke überschritten, bekam er die Decke nur noch nachts auf. Nach dem letzten Frost wurde komplett ausgedeckt.  
Im nächsten Winter war sein Futterzustand noch nicht optimal und so entschied ich mich wieder im Dezember für die Regendecke. Im darauffolgenden Winter war sein Futterzustand perfekt, sein Fell glänzend, super dicht und weich. Heute braucht er keine Decke mehr.


Ich würde es wieder so handhaben. Ich bin nicht der Typ Pferdehalter, der sein Pferd verpimmpelt. Ein Jungpferd hätte ich niemals eingedeckt. Jedoch bin ich der Meinung, dass es ihm gut getan hat als er körperlich nicht in bester Verfassung war und er so einen zusätzlichen Schutz gegen die Elemente erhielt.


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